Das Schaf an sich gilt als dumm. Ein verführerischer Trugschluss, der schnell aufgedeckt ist, wenn ihr das Verhalten der Schafe etwas genauer beobachtet. Schafe sind Herdentiere, das steht über allem und prägt sie besonders. Ein Herdentier zu sein bedeutet sich nur in der Gruppe wohlzufühlen. Bei Schafen liegt die Gruppengröße zwischen 10 und 30 Individuen. Diese Tiere kennen sich gegenseitig und verhandeln untereinander, wer welchen Platz einnimmt. In unserer Herde, also bei den Mutterschafen, zeigt sich da ein übliches Bild: Ein erfahrenes Schaf, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat übernimmt die Leitung der Herde und hat das Sagen. Momentan heißt unser Leitschaf Haferl.

In reinen Bockgruppen sichert eher die Stärke und die Größe eine Machtposition. Auch wird die Rangordnung bei den männlichen Tieren häufiger neu ausgekartelt. Für den Kampf nehmen die Tiere etwas Anlauf und stoßen mit den Köpfen aufeinander. Das wird mehrmals wiederholt, bis einer nachgibt und das Weite sucht. Bei unseren Böcken hat ganz klar der Burkhard den Hut auf.

Haferl beim Grasen
Burhard mit Hut auf der Weide

Schafe erkennen aber nicht nur andere Schafe, sondern auch menschliche Gesichter. Sie wissen ganz genau wer verantwortlich für ihr Futter ist. Wissenschaftlerinnen der Universität Cambridge haben 2017 mit der Intelligenz von Schafen Schlagzeilen gemacht. In den Versuchen zeigten acht Tiere wie gut sie sich die Gesichter von Menschen einprägen können. Belohnt wurden die Tiere zunächst, wenn sie ein Porträt gegenüber einer schwarzen Fläche oder einem Gegenständen erkennen konnten. Im nächsten Schritt mussten die Schafe das erlernte Gesicht neben einem ihnen unbekannten Gesicht auswählen. Und schließlich wurde das bekannt Gesicht aus einer seitlichen Perspektive gezeigt- alles meisterten die Schafe und erkannten das erlernte Gesicht ziemlich schnell.

Zum Nachlesen findet sich hier die Studie von Franziska Knolle und ihren Kolleginnen