Der Sommer hat sich nun wirklich verabschiedet und der Herbst ist da. Unsere Schafe freuen sich über die kühleren Temperaturen und über das grüne frische Gras. Das wächst zwar nicht mehr so schnell, dennoch bleiben die Schafe so lange es geht komplett auf der Weide.

Für die Fütterung im Stall haben wir genug Futter konserviert. Im August konnten wir unser neues Mähwerk abholen und haben damit unser Winterfutter geschnitten. Das Mähwerk stammt ganz aus der Nähe vom Forggensee von der  Firma BB Umweltmit dem Slogan „Technik für eine nachhaltige Landwirtschaft“. Es ist ein so genannter Doppelmesserbalken. Üblicherweise werden heutzutage rotierende Mähwerke verwendet. Angetrieben von der Zapfwelle rotieren Trommel oder Scheiben und rasieren sehr effektiv alles ab, was ihnen in die Quere kommt. Bis in die 70er Jahre verwendeten eigentlich alle Landwirtinnen und Landwirte Mähbalken. Das war der technische Stand damals. Auch heute sieht man an alten Bulldogs oft noch die Balken hängen. An einer langen Schiene laufen dabei eine Reihe Messer. Die Technik war aber sehr anfällig für Verstopfungen und kostete viel Geduld. Daher verdrängten die effektiven Trommel- und Scheibenmähwerke die Technik fast gänzlich.

fertige SchwadBallen fahren

Jedenfalls gibt es nun die Firma BB Umwelttechnik in Roßhaupten und auch noch andere Tüftler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die alte Technik so zu gestalten, dass sie auch in der heutigen Zeit gut einsatzbereit ist. Rausgekommen ist ein Doppelmesser-Balken. Im Gegensatz zum alten Balken laufen hier zwei Schienen mit Messern gegeneinander. Die Technik ist somit deutlich schneidfreudiger. Unsere Entscheidung für ein solchen Doppelmesserbalken ruht vor allem auf folgenden Gründen: Die Technik ist leicht und schont so den Boden. Dann ist das Mähen wesentlich energiesparender. Wir brauchen also weniger Diesel für die gleiche Arbeit und kommen mit einem leichten Traktor zurecht. Hauptargument ist jedoch der Insektenschutz. Mit dem Doppelmesserbalken wird das Gras abgeschnitten und liegt nach dem Mähen einfach am Boden, in etwa wie wenn wir mit einer Küchenschere durch unsere Wiese gelaufen wären. Bei rotierenden Geräten wird das Schnittgut aufgewirbelt und vorhandene Insekten ebenfalls. Vergleichende Untersuchungen zwischen Doppelmesserbalken und herkömmlichen Techniken bestätigen geringere Insektenverluste für das Doppelmesser. Besonders schädlich sind Aufbereiter, eine Technik die bei der Mahd die Oberflächen der Pflanzen leicht verletzt, um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen. Beim Einsatz solcher Aufbereiter verdoppeln sich die Verluste meist. Hier konkrete Zahlen zu nennen ist aber schwer, auch weil kaum die komplette Futterwerbung untersucht wurde. Und die Technik ist nicht der einzige Einfluss auf Insektenverluste, auch der Zeitpunkt im Jahresverlauf und die Häufigkeit der Mahd sind entscheidend.

Klar, es gibt auch Nachteile! Vor allem nämlich brauchen die Messerbalken Pflege und Wartung. Wenn eine Weile gemäht wurde, müssen die Messer geschliffen werden. Bei freudigen Maulwürfen auch häufiger. Nun ja, wir freuen uns jedenfalls sehr über das neue Ding und hatten großen Spaß damit zu mähen. Auch wenn es schon einiges zu lernen gab. Jetzt werden die Messer geschliffen und das Gerät bis im kommenden Frühsommer wieder eingelagert. Schaut Euch die Technik im Video an, auch weil Agrartechnikvideos durch einen besonderen Musikgeschmack hervorstechen…